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Vereinfachte Kühllastschätzung
Die Kühllastschätzung verknüpft Fläche, Verglasung und Verschattung mit offengelegten Orientierungsannahmen. Sie ersetzt keine raumweise dynamische Kühllastberechnung nach VDI 2078, die unter anderem Wetter, Nutzung und Speichermassen berücksichtigt; Quelle: VDI 2078:2015-06 und dokumentierter Raumklima360-Rechenweg, Stand 09/2026. Das Ergebnis dient einer frühen Einordnung, nicht der verbindlichen Dimensionierung einer Kühlanlage.
Die Schätzung dient der Orientierung und ersetzt keine Berechnung nach VDI 2078. Ergebnis und Annahmen bleiben vollständig sichtbar.
Orientierungswert
5.040 W
42 W/m²
Zum Vergleich, nicht als Auslegung: Das Kühlbeispiel der Raumklima360-Decke erreicht ca. 60 W/m² aktiver Fläche bei 16/20 °C Vorlauf/Rücklauf, 26 °C Raumtemperatur und 75 mm Rohrabstand, nur bei eingehaltenem Taupunktschutz (Systemdaten lt. Herstellerunterlagen des Systemlieferanten, Planung & Montage ModulDecke, 06/2026, S. 31; Stand 09/2026). Aktive Deckenfläche ist nicht Wohnfläche. Höhere Lasten erfordern eine gesonderte Planung von Verschattung, Flächen und Feuchteschutz.
| Einfluss | Wirkung |
|---|---|
| Gebäudehülle | 25–55 W/m² Basiswert |
| Große Verglasung | bis +8 W/m² |
| Außenverschattung | bis −5 W/m² |
Wo sommerliche Wärme herkommt
Direkte und diffuse Sonneneinstrahlung durch Fenster ist häufig ein großer Lastanteil. Hinzu kommen warme Außenluft, Wärmeleitung durch Bauteile, Personen, Beleuchtung und Geräte. Die Spitzen treten nicht in jedem Raum gleichzeitig auf. Orientierung, Fenstergröße, Verschattung und Nutzung entscheiden deshalb stärker als die reine Wohnfläche. Ein einzelner Quadratmeterwert kann diese Unterschiede nicht abbilden.
Warum Verschattung zuerst geprüft wird
Außenliegende Verschattung hält solare Energie ab, bevor sie den Innenraum erreicht. Innenliegende Vorhänge verbessern Blend- und Sichtschutz, die eingestrahlte Wärme befindet sich dann aber bereits hinter dem Glas. Nachtlüftung kann Speichermassen entladen, sofern Außenluft und Sicherheitsbedingungen passen. Solche passiven Maßnahmen senken die erforderliche technische Kühlleistung und sollten vor zusätzlicher Anlagentechnik bewertet werden.
Vom Orientierungswert zur Auslegung
Für die Fachplanung werden Raumgeometrie, Bauteilkennwerte, Fenster, Himmelsrichtung, Verschattung, Belegung und Betriebszeiten erfasst. Anschließend wird die zeitabhängige Last mit der verfügbaren Kühlfläche verglichen. Dabei begrenzen Taupunkt, zulässige Oberflächentemperatur und hydraulische Leistung das Angebot. Übersteigt die Last die Flächenleistung, helfen zusätzliche Flächen, Lastminderung oder ein ergänzendes System.
Rechenweg und Einordnung
vereinfachte Kühllast Q = Wohnfläche A × Orientierungsfaktor q
Der Rechner variiert q anhand weniger Merkmale; das Ergebnis ist ausdrücklich keine Berechnung nach VDI 2078.
| Rechnerannahme | Auswirkung auf den Orientierungsfaktor |
|---|---|
| Effizienter Neubau | 32 W/m² Basiswert; interne Rechenannahme, keine VDI-2078-Auslegung, Quelle: Raumklima360-Rechenweg, Stand 09/2026. |
| Modernisiertes Gebäude | 42 W/m² Basiswert; interne Rechenannahme, keine VDI-2078-Auslegung, Quelle: Raumklima360-Rechenweg, Stand 09/2026. |
| Vor 1995 / unsaniert | 55 W/m² Basiswert; interne Rechenannahme, keine VDI-2078-Auslegung, Quelle: Raumklima360-Rechenweg, Stand 09/2026. |
| Hoher Verglasungsanteil | +8 W/m² auf den gewählten Basiswert; interne Rechenannahme, Quelle: Raumklima360-Rechenweg, Stand 09/2026. |
| Keine Verschattung | +7 W/m² auf den gewählten Basiswert; interne Rechenannahme, Quelle: Raumklima360-Rechenweg, Stand 09/2026. |
| Gute Außenverschattung | −5 W/m² vom gewählten Basiswert; interne Rechenannahme, Quelle: Raumklima360-Rechenweg, Stand 09/2026. |
Häufige Fragen
Kann ich damit die Anlagengröße bestellen?
Nein. Die Schätzung dient nur der Orientierung. Eine Bestellung benötigt eine raumweise, projektspezifische Auslegung.
Warum unterscheiden sich Räume im selben Haus?
Fensterorientierung, Nutzung, Bauteile und Verschattung sind verschieden. Daher können gleichzeitig sehr unterschiedliche Kühllasten entstehen.
Sind die W/m²-Werte Normwerte?
Nein. Es sind ausdrücklich interne Orientierungsannahmen des vereinfachten Rechners. Eine Berechnung nach VDI 2078 betrachtet erheblich mehr Eingaben und zeitliche Verläufe.
Warum wird die gesamte Wohnfläche verwendet?
Sie ermöglicht eine schnelle Größenordnung, bildet aber keine raumweise Last ab. Für die Planung müssen Raumflächen, Fenster, Orientierung und Nutzung getrennt erfasst werden.
Wie wirkt sich außenliegende Verschattung aus?
Sie reduziert solare Gewinne, bevor diese hinter dem Glas in den Raum gelangen. Der Rechner bildet gute Verschattung vereinfacht mit einem Abschlag von 5 W/m² ab.
Ist Kühllast gleich Kühlleistung der Decke?
Nein. Kühllast ist der abzuführende Wärmestrom; Kühlleistung ist das unter konkreten Temperaturen und Feuchtebedingungen verfügbare Angebot einer aktiven Fläche. Beides muss raumweise verglichen werden.
Berücksichtigt der Rechner Luftfeuchte und Taupunkt?
Nicht in der Lastzahl. Feuchte begrenzt jedoch die nutzbare Flächenkühlung und muss anschließend mit Taupunktberechnung, Sensorik und Regelkonzept separat geprüft werden.
Welche Angaben braucht eine genauere Berechnung?
Benötigt werden unter anderem Geometrie, Bauteilkennwerte, Fensterflächen und Orientierung, Verschattung, Wetterdaten, Personen, Geräte, Luftwechsel, Nutzung und Speichermassen.
